Internationale Konferenz, 6. – 7. April 2011 Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Anmeldung erforderlich per e-Mail an: adamaschek@bildungswerk-boell.de
organisiert von:

An den Außengrenzen der Europäischen Union finden immer wieder zahlreiche Menschen auf der Suche nach Schutz vor Verfolgung oder der Suche nach einem menschenwürdigen Leben den Tod. Sie fliehen vor der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch Kriege, Klimawandel, ungerechte Wirtschafts- und Handelsbedingungen und vor den gewalttätigen und diskriminierenden gesellschaftlichen Verhältnissen in ihren Herkunftsländern.
Die EU-Kommission setzt wie die meisten nationalen Regierungen ungeachtet tausender Opfer weiterhin vor allem auf die organisierte Abschottung gegen Flüchtlinge und Migrant_innen. Diese Abschottungspraxis hat die Glaubwürdigkeit der EU als eine politische Institution zur Verteidigung der Menschenrechte stark beschädigt.
Diese Tatsache verlangt nach Information und Aufklärung der Öffentlichkeit. Auf der geplanten internationalen Konferenz werden Nichtregierungsorganisationen aus Anrainerstaaten des Mittelmeerraumes und Betroffene über die Verletzung von Menschenrechten berichten. Besonders thematisiert werden die Rolle Libyens als „Türsteher“ Europas und die Kooperation der EU bzw. der italienischen Regierung mit diesem diktatorischen Regime sowie die Veränderungen hinsichtlich der Fluchtwege und der Abschottungsmaßnahmen im südöstlichen Mittelmeerraum zwischen Griechenland und der Türkei.
Die Konferenz soll nicht nur ein Forum für den Austausch von Informationen sein, sondern eine Diskussion über die Politik der EU und die Rolle Deutschlands beinhalten. Wie sind die Perspektiven für eine humane Flüchtlingspolitik? Welche Rolle spielen die Mitgliedsstaaten bei der Abschottungspolitik der EU? Welche Rolle kann die Zivilgesellschaft beim Schutz der Flüchtlingsrechte und der Menschenrechte einnehmen?
PROGRAMM
Stand 26.3.2011
Program English (PDF) Programma Italiano (PDF)
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MITTWOCH, 6. APRIL 2011 |
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| 12.30 |
Konferenzanmeldung |
| 13.00 |
Begrüßung und Programmablauf Mekonnen Mesghena (Heinrich-Böll-Stiftung) |
13.10 - 14.30 |
Pecha Kucha - Vorstellung der Gruppen: je 20 Bilder à 20 Sekunden Info-Mobil, Netzwerk Welcome to Europe, Kritnet, Borderline Europe/SOS-Mittelmeer, Stiftung Pro Asyl, Netzwerk der Migranten Athen, Karawane Bamako-Dakar, Gripstheater/JOG (SOS for human rights), Multeci Der –Türkei, Berliner Flüchtlingsrat, Internationale Liga für Menschenrechte |
14.35 - 14.45 |
Kurzfilm: Abdelkrim‘s Battleship (Regie: Walid Mattar) Ein Film aus der Reihe „Arab-Shorts“ des Goethe-Institutes Kairo |
14.45 – 15.00 |
Einführung: Jubel über Demokratisierungen – Angst vor Flüchtlingen Heidi Bischoff-Pflanz (Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, SOS-Mittelmeer) |
15.00 – 15.45 |
Vortrag: Europäische Migrationspolitik aus der Perspektive des Maghreb Mahdi Mabrouk (Universität Tunis, Soziologe, Migrationsexperte) |
15.45 – 16.15 |
Pause |
16.15 – 18.00 |
Podiumsdiskussion: Dublin II, Drittstaatenregelung und Angst vor ‚Flüchtlingsströmen’ in Nordafrika und im östlichen Mittelmeer Karl Kopp (Stiftung Pro Asyl) Orcun Ulusoy (türkischer Rechtsanwalt) Mahdi Mabrouk (Universität Tunis, Soziologe, Migrationsexperte) Josef Winkler (B 90/Die Grünen, MdB) Panagiota Massouridou (griechische Rechtsanwältin) Hagen Kopp (Kein Mensch ist Illegal) Moderation: Ulrike Dufner (Heinrich-Böll-Stiftung Istanbul)
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18.00 – 19.00 |
Pause |
19.00 – 21.00 |
Podiumsgespräch: Der Fall der tunesischen Fischer Gespräch mit Abdelbassete Jenzeri und Mohamed Amine Bayoudh (tunesische Fischer und verurteilte Menschenretter) Diskussion: Leonardo Marino (Rechtsanwalt der Fischer, Italien) Judith Gleitze (Borderline Europe) Stefan Schmidt (Schiffskapitän, ehemals Cap Anamur) Moderation: Helmut Adamaschek (Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, SOS-Mittelmeer) |
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DONNERSTAG, 7. APRIL 2011 |
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| 09.30 |
Konferenzanmeldung |
10.00 – 12.00 |
Filmvorführung: Like a Man on Earth (Regie: Dagmawi Yimer) Ein Film zur Flucht über Libyen, anschließend Gespräch mit dem Regisseur Moderation: Valeria Bruschi |
12.00 – 13.30 |
Workshop A: Session 1 Aktuelle Situation der Flüchtlinge in Griechenland und Türkei Panagiota Massouridou (griechische Rechtsanwältin) Nasim Mohammadi (Netzwerk der Migranten Athen) Salinia Stroux (Infomobile Griechenland) Orcun Ulusoy (türkischer Rechtsanwalt) Bernd Kasparek (Krit-net) Marion Bayer (Netzwerk Welcome to Europe) Moderation: Heidi Bischoff-Pflanz (SOS Mittelmeer; Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)
Workshop B: Session 1 Aktuelle Situation der Flüchtlinge in Italien, Libyen und Tunesien Fulvio Vassallo Paleologo (Migrationswissenschaftler, Italien) Mahdi Mabrouk (Universität Tunis, Soziologe, Migrationsexperte) Karl Kopp (Pro Asyl) Elias Bierdel (ASPR) Hagen Kopp (Kein Mensch ist Illegal) Viola von Cramon (B 90/ Die Grünen) Moderation: Judith Gleitze (Borderline Europe)
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13.30 – 14.30 |
Mittagspause |
14.30 – 16.30 |
Workshop A: Session 2 Möglichkeiten des Widerstandes gegen die Flüchtlingspolitik in Griechenland/Türkei
Workshop B: Session 2 Möglichkeiten des Widerstandes gegen die Flüchtlingspolitik in der zentralen Mittelmeerregion |
16.30 – 17.30 |
Pause |
17.30 – 18.00 |
Berichte aus den Workshops |
18.00 – 20.00 |
Podiumsdiskussion: Militarisierung der Flüchtlingsabwehr: Handlungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft Input: Christoph Marischka (Informationsstelle Militarisierung, IMI) Diskutanten: Johannes Odenthal (Akademie der Künste) Christoph Marischka (IMI) Elias Bierdel (Österr. Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung, ASPR) Fanny Dethloff (Flüchtl.-Beauftragte der Nordelbischen Kirche, Vorsitz der ökumen. Bundes-AG "Asyl in der Kirche" und Vorst.mitgl. PICUM, Holland) Marion Bayer (Netzwerk Welcome to Europe) Moderation: Mekonnen Mesghena (Heinrich-Böll-Stiftung, Abt. Migration) |
Weitere Informationen finden sich auf der Website unseres Kooperationspartners SOS Mittelmeer. |