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Tagung: Toleranz ohne Ende - Ende der Toleranz?
Wie sieht unsere Gesellschaft in 10 Jahren aus? Gesellschaftliche Integration und kulturelle Pluralität
Identitäten zwischen Individualisierung und Globalisierung Werte der säkularen Gesellschaft

Die Erfahrung von Individualisierung, zunehmender Mobilität, Globalisierung und Interdependenz bringen Identitäten in Bewegung. Vertrautes steht in Frage, das Fremde kommt näher. Welche Voraus-setzungen braucht es, damit nicht Angst und Verunsicherung bei der Mehrheitsgesellschaft wie bei den EinwanderInnen zur Konstruktion von Identitäten durch Ablehnung des Anderen, des Fremden führen in Form von Rechtsextremismus, Nationalismus, Ethnizismus oder religiösem Fundamentalismus? Welcher Weg führt individuell wie gesellschaftlich zu einer neuen Ausbalancierung von Freiheit, Gemeinschaft und Solidarität?

Wie viel kulturelle Pluralität halten wir aus? Wie viel gemeinsames Wertefundament braucht eine Gesellschaft? Reichen die in Grundgesetz und der geltenden Rechtsetzung verankerten Rechte und Pflichten – z.B. um deutlich zu machen, dass Zwangsheirat eine gravierende Menschenrechtsverletzung darstellt, die in einer freiheitlichen, dem Schutz der Menschenrechte verpflichteten Gesellschaft nicht hingenommen wird? Wie steht es um das Gebot staatlicher Neutralität und Toleranz – beispielsweise im Kopftuchstreit?

Wer integrieren will, muss eine Vorstellung haben von der Gesellschaft, in die integriert werden soll. MigrantInnen sollen sich mit dieser Gesellschaft und diesem Staat identifizieren. Haben Deutsche nicht selbst ein gebrochenes Verhältnis zu ihrer deutschen Identität? Einigendes moralisches Fundament der Bundesrepublik war bisher Auschwitz; wie ist das in der Einwanderungsgesellschaft vermittelbar?  Brauchen wir daneben eine positive Identität? Brauchen wir einen Verfassungspatriotismus, dem ein neues, gesellschaftliches Leitbild zugrunde liegt, das Zugehörigkeit anbietet?     Panel II um 13.30 Uhr

mit

Lore Maria Peschel-Gutzeit, Juristin
Jörg Lau, Redakteur im Hauptstadtbüro der Wochenzeitung DIE ZEIT
Havva Engin, Institut für deutsche Sprache und Literatur an der PH Karlsruhe

Moderation: Anja Höfer, Moderatorin SWR2 Kultur

Abstracts zum Download