Jugendliche mit Migrationshintergrund stehen immer mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Allzu oft werden sie durch einseitige Darstellung in den Medien kriminalisiert und als nicht-integrationswillige Angehörige einer Parallelgesellschaft verdächtigt.
Demographisch ist davon auszugehen, dass schon 2010 ca. 40% der Unter-Vierzigjährigen einen "Migrationshintergrund" aufweisen werden, d.h. dass fast die Hälfte der "deutschen" Bevölkerung 2010 nicht ursprünglich mehr aus Deutschland stammt.
Jugendliche mit Migrationshintergrund bilden somit einen beträchtlichen Anteil der Gesellschaft in Deutschland und teilen die Probleme ihrer deutschen Altergenossen. Schon lange sind die Probleme, die Jugendliche in der Schule oder auf dem Arbeitsmarkt haben, nicht mehr nur auf die Herkunft reduzierbar, sondern sind, wie spätestens seit der PISA-Studie bekannt ist, nachweislich abhängig von sozialen Faktoren und ihrer Sozialisation zu erklären.
Integration ist nicht nur Aufgabe der „Betroffenen“, sondern erfordert eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung und bewußte Übernahme von Verantwortung sowie eine gezielte Sensibilisierung der öffentlichen Institutionen. Die Herausforderungen der heutigen Integrationsdebatte sind daher, insbesondere durch Bildung, Talentförderung sowie breitflächige Lehrstellenangebote den Jugendlichen eine Zukunft zu ermöglichen und die Chancen solcher nachhaltig ansetzender Förderung zu erkennen, da sie jetzt schon Teil der Zukunft Deutschlands sind.