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Rap-Workshop mit Bonner HauptschülerInnen. Foto: Bernd Voigtländer. |
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DOSSIER Lebenswelten junger MigrantInnen
| "So lebe ich" – Aus zwei Bonner Projekten |
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In Bonn liefen zeitgleich und unabhängig voneinander zwei Projekte: ein Rap-Workshop an der August Macke-Schule:
Warum wir das machen wollten? Das Schulprogramm sieht immer vor, gerade Projekte, die wir starten, sollen zum Beispiel einen präventiven Charakter haben und ja, die Schüler natürlich weiter bringen. Und dann hab ich gesagt, okay, wenn die Jugendlichen Rap machen, wenn Jugendliche sich mit sich selbst beschäftigen, Texte entwickeln, dann ist das präventiv, weil sie in dem Moment was Tolles machen für sich, sich weiter entwickeln.
Sowie ein Filmprojekt am Robert Wetzlar-Berufskolleg:
Ziel war es, die Eigenmotivation der Schüler zu stärken und Beständigkeit im Schulbesuch zu fördern. Sie sollten ihr Leben außerhalb der Schule darstellen. Wir wollten sie damit wegbringen von ihre negativen Erfahrungen, die sie an der Schule bisher gemacht haben.
In beiden Projekten waren die Jugendlichen aufgefordert und gefördert, ihre persönliche Lebenswirklichkeit darzustellen. Die Projekte waren zunächst ergebnisoffen, was dann im Verlauf entstand, war für die Jugendlichen selbst, aber auch für die begleitenden LehrerInnen und DozentInnen überraschend, positiv und überraschend normal, ganz anders jedenfalls als die Bilder, die in den Medien verbreitet werden.
Hier kommen die Jugendlichen selbst zu Wort:
Seyma - Heimat
das ist meine heimat, da wo ich herkomme kuck uns an, wir sind vollkommen gut erzogen nicht so wie die anderen kuck uns an, wir machen keine schlimme tat das ist unser erster song über unsere heimat wir sind ganz verschieden, wir sind eine andere art hinter den bergen, da ist viel los kuck uns an, wir sind gnadenlos doch ich bin ehrlich und gut hier beweise ich würde und mut
Warum ich auf die Haupschule kam
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Jan-Oliver - Mein Vater
es begann schon, als ich ein kleiner junge war das leben war hart, denn nichts war da jeder wusste, ich war ein russe schlechte erziehung, schlechte regeln, alles war schlecht es war alltag, wenn man schläge bekam für keinen war 's spaß, für viele war es blutig mein vater war alkoholiker, jeden tag nur probleme die akten wurden mehr, und zuhause gabes schläge die tage wurden immer länger, die schläge immer schlimmer die haut immer röter, und da waren noch die bullen ich hab gesehen, wie sie meinen vater mit sich nahmen meine tränen brachen aus, als wenn ich von einem donner getroffen war
mein vater war schlimm, der nachbar alarmiert die bullerei ich wusste nie, was ich machen sollte normalerweise war bei uns das ganz normal mit der zeit vergingen die jahre, die schlimmen tage aber jetzt egal, die tränen sind getrocknet meine mutter entschloss sich auszuziehen es ging nicht mehr anders, es gab keine andere lösung aus angst wurde alles anonym organisiert der tag war da, wo ich in der schule war ich bekam den anrufg, komm auf den parkplatz, ja aus neugier lief ich hin, weil ich sonst nie abgeholt worden war da sah ich meine mutter mit einem lächeln im gesicht sie sagte nix, sie wusste nicht, wie sie es uns erklären sollte aber ich begriff schnell, die fahrt war anders es ging nach bonn, an hardtberg und duisdorf vorbei da war die ausfahrt poppelsdorf, und das auto bog ab ich dachte nur, mein leben ist verkackt
Helin
"Auf jeden Fall, mein Vater ist auch schon 'n Vorbild für mich. Er hat vieles erlebt, er hat viel gesehen, wie Leute ums Leben gekommen sind, viel Trauer in seinem Leben gehabt. Und ich find 's super, ich weiß nicht, wie ich das beschreiben kann, dass er überhaupt noch so sein kann, wie er jetzt ist. Weil er hat so Schlimmes in seinem Leben gesehen, so was würde einen schockieren, also überhaupt psychisch verletzen oder überhaupt gar nicht mehr klarkommen mit sowas, und er kann damit klarkommen. Das ist sowas, wo ich denke, wow, er ist echt stark."
Helin und Sarbast über einen Zeitungsartikel zum Thema Gangster Rap
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Sarbast über Bekannte, die eine Gang gegründet haben
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Helin über Gangs
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Sarbast: wie er den Gangs aus dem Weg geht
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Helin über Gangster Rap und Coolness
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"Wenn ich Rap-Texte schreibe, dann sind die von mir gemacht und sind dann ehrlich. Ich bin ja nicht so einer, der Rap-Texte klaut und nachmacht oder der, ich sag immer: ich bin so, wie ich bin, ich rappe meine Texte, wie ich es kann. Ich will niemand nachmachen oder jemanden darstellen. Wenn für jemand das uncool ist, dann ist das halt so, aber ich glaube, für die meisten nicht."
Sarbast - War die Zeit
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Helin: was macht (Rap-)Texte interessant
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Seif - Ghettoleben
yo, mach ein ding aus deinem leben du musst schon nach deinem glück streben und lass dich nicht mit dem wind treiben lass dich nicht gehen irgendwann wir schon deine harte arbeit belohnt halt durch, irgendwann wird schon gekrönt versuch immer der boss zu sein komm schon, mann, hör auf zu weinen sei ein king, bleib ein king, sei kein kind versuch, was zu erreichen, und glaub mir du kannst es auch schaffen hör auf, dich zu streiten, dann kannst du 's auch schaffen bis ganz nach oben...
yo, das ghettoleben ist ein geben und nehmen ich kann dich verstehn, wenn dir deine eltern fehlen doch das ist kein grund, den kopf in den sand zu stecken nimm keine drogen, drogen verändern menschen.
Seif über den negativen Einfluss der Medien
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Helin über multikulturelle Schulklasse
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