Die internationalen Vergleichsstudien zur Lesekompetenz sowie zu mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen geben nicht nur Auskunft über die allgemeine Leitungsfähigkeit des deutschen Schulsystems, sondern insbesondere über soziale Disparitäten in der Bildungsbeteiligung. Jugendliche aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund lassen sich als die benachteiligten Gruppen identifizieren.
Sie verlassen die Schule häufiger ohne Abschluss, sind überproportional an Haupt- und Sonderschulen anzutreffen, kriegen seltener einen Ausbildungsplatz und erlangen nur zu 15% eine Hochschulberechtigung. Unterschiede in der Bildungsbeteiligung variieren je nach Einwanderungsgeneration, ethnischer Zugehörigkeit, aber auch nach Bundesland, in dem die Schule besucht worden ist. Aus den Ergebnissen lassen sich Handlungsfelder für die Bildungspolitik und die pädagogische Arbeit ableiten. Anders als von den Kultusministern in ihren Beschlüssen von 2001 unterstellt, liegen die größten Probleme nicht im Vor- und Grundschulebereich, sondern im Bereich der Sekundarstufe I und hier wiederum besonders in der Hauptschule.