Das im Sommer 2005 gestartete unabhängige Webprojekt Muslimische-Stimmen.de hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch
unter und
mit Muslimen in Deutschland zu fördern und zu einer wichtigen Informationsquelle u.a. für Journalisten und politisch Aktive zu werden. Jede Woche werden unterschiedliche Beiträge in Form von Stellungnahmen zu gesellschaftlichen, politischen und theologischen Themen, Projektbeschreibungen oder Videos veröffentlicht.
Pluralismus übenSpätestens seit dem 11. September 2001 stehen „Muslime“ im Zentrum vieler politischer Debatten in Deutschland und in der ganzen Welt. Im Laufe der letzten Jahre haben uns die Medien daran gewöhnt, Islam meistens in Verbindung mit Terror und Gewalt zu thematisieren. Es wird suggeriert, dass in Moscheen Hassparolen gegen Andersdenkende geäußert werden und in muslimischen Haushalten Gewalt gegen Frauen verübt wird. Wie verbreitet sind diese Phänomene in Moscheen und Familien tatsächlich? Sind sie mit der realen oder vermuteten Zugehörigkeit zur islamischen Religion zu erklären? Wie kann man sie verhindern? Muslimische-Stimmen.de will eine Plattform für pluralistische und konstruktive Diskussionen zu europa- und deutschlandbezogenen Themen sein. Vor allem soll die Website Muslimen die Möglichkeit geben, selber die Themen zu bestimmen, die für sie von Bedeutung sind. Aber auch nicht-muslimische Stimmen, die in den Medien wenig Gehör finden, haben ihren Platz auf der Website.
Vielfalt zeigen
Die Begriffe „Muslim“ bzw. „muslimisch“ umschreiben eine große menschliche Vielfalt. In der öffentlichen Diskussion sind die Begriffe oftmals mehr Zuschreibungen als Selbstbeschreibungen. Manche „Muslime“ sind nicht gläubig, halten an ihrem muslimischen Hintergrund aber fest. Andere sind gläubig und trinken Alkohol. Manche muslimische Frauen tragen das Kopftuch gegen den Willen ihres Mannes oder Vaters, andere sehen das Kopftuch als nicht religiöses oder anachronistisches Kleidungsstück. Ja, gläubige homosexuelle Muslime gibt es! Nein, nicht jeder Muslim spricht täglich über Israel! Einige Mohameds möchten in der Öffentlichkeit als Muslime erkannt werden, andere beten täglich zu Hause und reden nie darüber und andere wiederum können mit Religion nichts anfangen. Wer kennt schon diese bunte Vielfalt in Deutschland?
Muslimische-Stimmen.de will diese Vielfalt zeigen und ermöglichen, dass sich die Betroffenen die Bezeichnungen „Muslim“ bzw. „muslimisch“ wieder aneignen.
Soziale, politische und künstlerische Projekte fördernEin weiteres Ziel von Muslimische-Stimmen.de besteht darin, die Vernetzung und den Ideenaustausch unter sozial und politisch Aktiven zu fördern. So werden bisher mehr als 25 Projekte auf der Website vorgestellt. Kleinere Projekte und Initiativen, die nicht über eine eigene Website verfügen, bekommen so mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Vor allem Journalisten und Politiker können in der Kategorie „Projekte“ für sie interessante Informationen und Ideen finden.
Eine unabhängige, kooperationsorientierte WebsiteMuslimische-Stimmen.de ist unabhängig: Die Website identifiziert sich weder mit einer Partei oder Ideologie noch mit einem Verein oder Verband. Die Kosten des Projekts werden zurzeit privat getragen. Das Team besteht noch aus zwei Personen, die sich um die redaktionelle Arbeit, die Programmierung und die Öffentlichkeitsarbeit kümmern. Es wird aber gerade erweitert und es sollen immer mehr Interessierte in das Projekt involviert werden.
Unabhängigkeit soll nicht Abschottung bedeuten und Muslimische-Stimmen.de ist daran interessiert, punktuell mit zivilgesellschaftlichen und öffentlichen Organisationen zusammenzuarbeiten (zum Beispiel in Form eines Austauschs von Artikeln oder der Organisierung von Veranstaltungen in der nicht-virtuellen Welt).