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Diversity in der Heinrich-Böll-Stiftung
Die Heinrich-Böll-Stiftung setzt sich nicht nur weltweit gegen Rassismus, Sexismus, Diskriminierung und Intoleranz ein, sondern verkörpert auch in ihrem organisatorischen Alltag eine Kultur der Vielfalt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung (in der Zentrale, in den Auslandsbüros und Landesstiftungen), die 49 Mitglieder der Mitgliederversammlung (MV), die StipendiatInnen sowie die Partner verfügen über die fachlichen Qualifikationen hinaus auch über vielschichtige interkulturelle und Gender-Kompetenzen. Die beiden in der Satzung verankerten Gemeinschaftsaufgaben "Interkulturelle Demokratie" und "Geschlechterdemokratie" sind Querschnittsaufgaben.
Struktur und Steuerung
Die zentrale Verantwortung für die Umsetzung der Gemeinschaftsaufgaben liegt beim Vorstand der Geschäftsführung und den Abteilungsleitungen. Eine abteilungsübergreifende Steuerungsgruppe für beide Gemeinschaftsaufgaben wurde eingerichtet, um ein stiftungsinternes Forum zu schaffen, in dem regelmäßig auf Leitungs- und Führungsebene inhaltliche Standortbestimmungen zu den geschlechterpolitischen und interkulturellen Herausforderungen in den Schwerpunktthemen und auf der organisationspolitischen Ebene der Stiftung geführt werden können.
Die Steuerungsgruppe
  • entwickelt Initiativen zur Implementierung der von Vorstand, Geschäftsführung und Abteilungsleitungen vereinbarten inhaltlichen und organisationsbezogenen Ziele für die Umsetzung der Gemeinschaftsaufgaben,
  • schlägt dem Vorstand abteilungsübergreifende Projekte und Maßnahmen zur Umsetzung der Gemeinschaftsaufgaben vor,
  • berät abteilungsbezogene Projekte und Maßnahmen zur Umsetzung der Gemeinschaftsaufgaben
  • stellt den gender- und diversity bezogenen Beratungs-, Fortbildungs- und Unterstützungsbedarfs zur Entwicklung von Gender- und Diversitykompetenz fest und schlägt entsprechende Beratungs- und Fortbildungsangebote vor.
Umsetzung der Gemeinschaftsaufgaben
Die Umsetzung der Gemeinschaftsaufgaben in ihrer organisationspolitischen Ausrichtung sind sowohl „Top-Down“ als auch „Bottom-Up“ Ansätze. Sie berühren verschiedene Ebenen: die Organisations-, die Team-, die MitarbeiterInnen- und die Fachebene.
  • Auf der Organisationsebene werden Strukturen untersucht und ggf. verändert, die unerwünschte oder diskriminierende Auswirkungen auf die Gleichstellung - in bezug auf Geschlecht, ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, Behinderung etc. - haben.
  • Auf der Teamebene wird die Form der Zusammenarbeit reflektiert – z.B. Gender- bzw. Interkultureller Dialog - und Umgangsweisen verabredet und/oder erlernt.
  • Auf der MitarbeiterInnenebene wird das Bewusstsein für die Konstruktion von Hierarchien geschärft, Gender-Diversity-Wissen angeeignet und das Verhaltensrepertoire erweitert.
  • Auf der Fachebene wird die Fähigkeit gender- und interkulturell orientiert zu arbeiten, erweitert (Verbindung von Gender-Diversity-Kompetenz mit Fachkompetenz).
Aktivitäten der Gemeinschaftsaufgaben
Interkulturelle Demokratie
  • In Dialogforen, Fachtagungen und Open Spaces werden Konzepte und Best-Practice-Modelle aus den Bereichen „Diversity“ und „Diversity Management“ mit Fachleuten, WissenschaftlerInnen, Gleichstellungsbeauftragten und Diversity ManagerInnen in Institutionen, Wirtschaft, Bildung und Forschung diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.
  • Fortbildungen und Workshops in Diversity und Interkulturelle Kompetenz werden für verschiedene Zielgruppen – z.B. LehrerInnen, SchülerInnen, PolizistInnen, MultiplikatorInnen etc. organisiert.
  • Für MitarbeiterInnen der Heinrich-Böll-Stiftung werden abteilungsspezifische Trainings und Workshops in Diversity, Interkulturelle Kompetenz und Gender & Diversity angeboten.
  • In der Personalpolitik der Organisation sowie bei der Stellenbesetzung werden Aspekte wie „Migration“ und „Vielfalt“ in Zusammenarbeit mit verantwortlichen Stellen in der Stiftung diskutiert und konzeptionell umgesetzt.
  • Weil einige Probleme in der Zusammenarbeit strukturell und nicht individuell bedingt sind, bietet das „Team für interkulturelle Konfliktbearbeitung“ Unterstützung beim Umgang mit Konflikten.

Geschlechterdemokratie

  • Die Gemeinschaftsaufgabe begleitet, initiiert und fördert Prozesse der Organisations- und Personalentwicklung sowie die Umsetzung von Geschlechterdemokratie in allen Bereichen der Stiftung, wie z.B. die Einführung des Instruments der genderbezogenen Zielvereinbarungen oder die Genderorientierte Projektplanung (GOPP). Der Aufbau von Gender(diversity)kompetenz wird insbesondere durch Gender-Trainings, -Workshops, -Beratung und -Coaching unterstützt.
  • Die Einführung von Gender Mainstreaming in anderen Organisationen unterstützt die Stabstelle u.a. durch genderorientierte Organisationsberatung und Gender-Trainings, Vernetzung von Expertinnen und Experten sowie durch Fachtagungen und Konferenzen, z.B. zur Entwicklung von Qualitätsstandards für Gender-Mainstreaming-Prozesse. Ein besonderer Schwerpunkt liegt derzeit auch auf der Ausbildung von GendertainerInnen im Rahmen einer berufsbegleitenden Weiterbildungsreihe.
  • Die gesellschaftspolitischen Zielsetzungen der Gemeinschaftsaufgaben, die über das rein organisationsbezogene Diversity-Management-Konzept hinausgehen, unterstützt die Stabsstelle auch durch bildungspolitische Veranstaltungen und Publikationen, z.B. durch Fachtagungen zu geschlechterpolitischen Fragestellungen (wie „Forum Männer“, „Geschlechterdemokratische Dialoge“) und die Schriftenreihe zur Geschlechterdemokratie.

Ausblick

Für die Heinrich-Böll-Stiftung ist das Konzept einer gleichberechtigten Zusammenarbeit zwischen Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts, sozialer Herkunft, unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse und weltanschaulicher Haltungen, ethnischer Abstammung oder sexueller Orientierung konstitutiv. Sie gewährleisten eine lebendige, offene und produktive Betriebskultur nach innen und eine größere Wirksamkeit nach außen. Die entsprechenden interkulturellen und geschlechterpolitischen Strategien und Methoden werden sowohl intern als auch mit externen PartnerInnen fortlaufend reflektiert und auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüft. Angestrebt wird ein umfassenderes Diversity-Konzept, in dem die gegenwärtigen Kernaufgaben „Interkulturelle Demokratie“ und „Geschlechterdemokratie“ besser verzahnt agieren können.

 

Kontakt:

Gemeinschaftsaufgabe Interkulturelle Demokratie: Mekonnen Mesghena diversity@boell.de
Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie: Gunda Werner Insittut gender@boell.de