Deutschland ist eine vielfältige Republik. Mit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechtes, dem Zuwanderungsgesetz und dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wurden dafür in den letzten Jahren endlich auch die entsprechenden politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Gleichzeitig wurde auch ein Einstellungswechsel in der politischen Diskussion eingeleitet: von der Problemorientierung, die überwiegend die Defizite von Minderheiten thematisierte zur Suche nach den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Chancen einer vielfältigen Gesellschaft.
| Ein wichtiger Bestandteil dieses zu beobachtenden Perspektivenwechsels ist die allmähliche Verbreitung von Diversity-Ansätzen in Unternehmen, gesellschaftspolitischen Organisationen und öffentlichen Institutionen - bisher vor allem in Form des Personal- und Organisationsentwicklungsansatzes Diversity-Management. Noch aber wird Diversity in Organisationen nicht gelebt. Laut einer Befragung der Bertelsmann-Stiftung wenden bisher nur 44 Prozent der befragten deutschen gegenüber 92 Prozent der US-amerikanischen und britischen Unternehmen Diversity |
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Management an. Auf gesamteuropäischer Ebene liegt der Anteil bei 75 Prozent.
Die Verbreitung von Diversity-Ansätzen hat in Deutschland in den letzten Jahren jedoch deutlich zugenommen, auch immer stärker in den kommunalen Institutionen und im non-profit-Bereich. Damit einher geht der Versuch einer Übertragung des Diversity-Ansatzes als politische Strategie in den gesellschaftspolitischen Bereich. Grundlegend bei solchen „Politiken der Vielfalt – Politics of Diversity (PoD)“ ist der Perspektivwechsel von einem defizitorientieren Minderheitenansatz zu einem ressourcenorientierten, zielgruppenübergreifenden Diversity-Ansatz, der die Kompetenzen und Potenziale aller BürgerInnen, KundInnen, Klientel etc. zum Fundament gesellschafts-, sozial- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen macht.
Dieses Dossier möchte einen Beitrag dazu leisten, die Chancen von Politiken der Vielfalt zu erkennen und die Übertragung des Diversity-Ansatzes in den gesellschaftspolitischen Bereich vorzustellen. Das Dossier gliedert sich in drei Schwerpunkte:
Das Dossier wurde von dem Politikwissenschaftler Andreas Merx konzipiert und redigiert. Verantwortlich ist Olga Drossou von der MID-Redaktion.
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Das Dossier ist ein Beitrag zum Europäischen Jahr des Interkulturellen Dialogs. |
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Juli 2008